Arzt-Patienten-Gespräch

von | 16. Juli 2018 | Erkrankung & Therapie

Wann kann ein Gespräch zwischen einem Patienten und seinem behandelnden Arzt gelingen? Eine Frage, drei Antworten. Ein Patient, ein Arzt und eine MS-Schwester beantworten diese Frage aus ihrer persönlichen Sicht.

 

Robert Arthofer
MS-Patient

„Wichtig ist, dass der Patient einen Arzt hat, dem er vertraut. Der Arzt, zu dem man hingeht, muss Zeit haben. Er muss sich vor allem für die erste Therapiesitzung Zeit nehmen, um zu schauen: Was hat der Patient? Was kann er? Welche Probleme sind gekommen, welche hat er nicht? Was macht er gerne, was macht er nicht gerne? Wo kann man ihn unterstützen? Das absolut Wichtigste ist, dass man einen Arzt seines Vertrauens braucht, weil sonst funktioniert das Ganze nicht.”

 

Dr. Christian Bsteh
Facharzt für Neurologie | Multiple Sklerose Zentrum Salzburg

„Wichtig sind zwei Sachen: Zeit und Augenhöhe. Gerade zu Beginn, also kurz nach der Diagnosestellung, sind Verunsicherung und Angst ein Riesenproblem für den Betroffenen oder die Betroffene. Und da ist es ganz wichtig, auf die vorhandenen Ängste einzugehen und sich dafür Zeit zu nehmen. Das kann man nicht in einem Gespräch machen, weil die Diagnose einer MS ein Schock für einen Betroffenen ist. Und damit kann man nur peu à peu zurecht kommen. Das heißt, es bedarf mehrerer Gespräche, um alle Aspekte individuell – die konkreten Ängste, aber auch allgemeine Fragen der Erkrankung – zu besprechen.”

„Der zweite Punkt ist die Augenhöhe. Damit meine ich, dass man von Anfang an versuchen sollte, zu bedenken, dass diese therapeutische Beziehung über lange Jahre bestehen wird müssen. Und da ist es gut, wenn man von Anfang an ein Verhältnis schafft, bei dem der eine dem anderen nicht sagt, was er tun soll, sondern bei dem man letztlich gemeinsam Lösungen erarbeiten muss.”

 

DGKS Silvia Katzmayr
MS-Schwester | Linz

„Also ganz wichtig in meinen Augen ist einfach, dass die Gesprächsbasis passt, dass die verwendeten Worte für den Patienten klar verständlich sind und dass einfach das Vertrauen da ist. Ohne Vertrauen geht gar nichts. Ein gutes Arzt-Patienten Gespräch ist es dann, wenn der Patient rauskommt und eigentlich keine Fragen mehr hat.”

AT/NEUR/0518/0097

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