Wir wollen immer komfortabler leben. Barrierefreies Wohnen ist längst nicht mehr nur ein Thema für Menschen mit einer körperlichen Einschränkung aufgrund einer Erkrankung oder des Alters. Ein Gastartikel von DI (FH) Kornelia Grundmann, Architektin und Inhaberin der Agentur für Barrierefreiheit gabana sowie MS-Patientin.

Wer schmunzelt nicht, wenn er an das alljährlich zu Silvester ausgestrahlte Dinner for one denkt? Wenn Butler James galant mit seinem Serviertablett durch das Esszimmer balanciert und sich dann schwungvoll mit einem mehr oder weniger eleganten Sprung über das Tigerfell vor einem Sturz rettet. Natürlich denkt bei dieser humoristischen Szene niemand daran, den Tigerkopf als „Barriere“ ins Kalkül zu ziehen.


Alltags-Check

Aber Spaß beiseite. Wie schaut es in unserem Alltag aus, wenn jede noch so kleine Schwelle zum Hindernis oder zur Stolperfalle wird? Was ist mit schwergängigen Türen, die sich nur mit hohem Kraftaufwand öffnen und schließen lassen? Wie oft beobachtet man ältere Menschen, Kinder oder Frauen mit Kinderwagen, wie sie sich damit abmühen.


Schwellen sind unnötig und gehören der Vergangenheit an
 

Oder das Thema Schwellen: Selbst Übergänge ins Freie sind nach heutigem Stand der Technik längst überholt. Lassen Sie sich nicht mit veralteten Argumenten verunsichern. Schwellen sind unnötig und gehören der Vergangenheit an. Herumtobenden Kindern werden sie oft zum Verhängnis, aufgeschürfte Knie sind da noch harmlos. Viel schlimmer sind Stolpern und Stürze bei älteren Personen, denn diese enden meist nicht so glimpflich. Oberschenkelhalsbrüche können Betroffene zum Dauerpflegefall machen.


Mehr Komfort und Sicherheit beim Wohnen

Und ganz ehrlich, wer schätzt nicht den Komfort von schwellenlosen Übergängen, breit dimensionierten und leichtgängigen Türen? Oder wer möchte heute noch auf die Großzügigkeit von bodengleich gefliesten rutschfesten Duschen im Badezimmer verzichten? Relativ neu sind Dusch-WCs, die jedoch zunehmend ihren Siegeszug am Markt antreten. Längst orientieren sich Hersteller, Bau- und Tourismusbranche an den Bedürfnissen der rasant wachsenden Generation 50Plus und punkten mit generationenübergreifenden, am Leben orientierten, attraktiven barrierefreien Angeboten.


Farben helfen bei der Orientierung und wirken positiv auf das Wohlbefinden

Architektur und Design mit Ausstattungsmerkmalen, die für Komfort und Sicherheit sorgen, stehen hoch im Kurs. Nicht zu unterschätzen ist die farbliche Raumgestaltung, die einerseits durch Kontraste sehr hilfreich und unterstützend bei der Orientierung sein kann, andererseits sich auch positiv auf das Wohlbefinden der Bewohner auswirkt.

Design for all gewinnt immer mehr an Bedeutung

Dass barrierefreies Bauen und Wohnen längst zum Stand der Technik gehört, sehen wir täglich in der Werbung. Intelligente Wohnkonzepte und zuverlässige Produkte erleichtern durch einfache Handhabung das Leben aller Menschen. Von durchdachter Planung und komfortabler Ausstattung profitieren nicht nur die Nutzer; sie erhöhen nachhaltig den Wiederverkaufswert von Wohnungseigentum, da die Käuferschicht – bedingt durch die demografische Entwicklung – kontinuierlich zunimmt.

Gut designte, barrierefreie Gestaltung mit attraktiven Produkten (man spricht auch von Design for all) gewinnt in allen Bereichen immer mehr an Bedeutung. Denn einladende, moderne Barrierefreiheit schafft Sicherheit und erhöht die Wertschöpfungskette in vielerlei Hinsicht.

Nähere Informationen unter www.gabana.net

DI Kornelia Grundmann

DI Kornelia Grundmann

Architektin & Geschäftsführerin der Agentur für Barrierefreiheit gabana

AT/NEUR/0718/0137 | Titelbild: © gabana | Portrait: © multivisual Art

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