Die Macht des positiven Denkens

von | 23. November 2020 | Alltag & Beruf

Optimismus

Der Weg zu einer optimistischen Lebenseinstellung kann, insbesondere für MS-Betroffene, eine echte Herausforderung sein, aber es lohnt sich – denn mit jedem Schritt hin zu mehr Optimismus wird die eigene Lebensqualität nachhaltig gesteigert.

Ist das Glas halb voll oder halb leer?

Die Antwort enthüllt eine innere Grundeinstellung: Denn wie man das im Moment wahrnimmt, hängt davon ab, ob man seine Aufmerksamkeit auf die positiven oder die negativen Aspekte einer Situation lenkt. Dabei steht fest: Je öfter einem die positive Perspektive gelingt, desto zufriedener kann man durchs Leben gehen.

Optimismus lohnt sich

Optimismus ist aber nicht nur Balsam für die Seele, sondern auch für den Körper. Die aktuelle Forschungslage zeigt, dass Optimismus die physische Gesundheit auf diverse Arten positiv beeinflusst: So besteht für optimistische Menschen etwa eine geringere Wahrscheinlichkeit, von koronaren Herzkrankheiten betroffen zu sein. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass bei OptimistInnen Wunden schneller heilen: etwa wurde nach einer Biopsie bei optimistischen Menschen eine schnellere Heilung beobachtet als bei pessimistischen. Der aktuelle Wissensstand deutet sogar darauf hin, dass OptimistInnen nicht nur gesünder, sondern auch länger leben könnten.

Beeinflusst Optimismus den MS-Verlauf?

Heute gibt es Hinweise darauf, dass sich Optimismus auch bei diversen chronischen Erkrankungen positiv auf die Symptome und den Verlauf auswirkt. Beispielsweise hat sich gezeigt, dass PatientInnen durch ein Optimismus-Training lernen können, besser mit ihren chronischen Schmerzen zurechtzukommen. Im Zuge eines solchen Trainings wird versucht, die Gedanken durch verschiedene Übungen in eine positivere Richtung zu lenken. Auch speziell bei MS-Betroffenen zeigen positive Gedanken eine Wirkung: So deutet die Forschung darauf hin, dass OptimistInnen besser emotional mit der MS-Krankheit zurechtkommen und sich intensiver um sich selbst und ihre Gesundheit kümmern. Durch diese Maßnahmen kann der gesamte Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden.

Positive Gedanken sind Stresskiller

Die positiven Effekte auf die generelle Gesundheit lassen sich eventuell darauf zurückführen, dass durch Optimismus Stress im Leben deutlich reduziert werden kann. Wenn dieser negative Einflussfaktor ausbleibt, wirkt sich das in vielen Bereichen positiv auf unsere Gesundheit aus. Die Klinische Psychologin und Psychotherapeutin Mag. Dr. Natascha Tesar-Pelz hat uns im Interview erklärt, dass Stress auch speziell den Krankheitsverlauf bei MS-Betroffenen beschleunigen kann. Daher lohnt es sich für Personen mit MS besonders, an einer optimistischen Lebenseinstellung zu arbeiten, um so besser mit Stress umgehen zu können. Weitere hilfreiche Tipps dazu, wie sich Stress besser vermeiden lässt, findet man in unserem Artikel „Stress adé“.

Der Weg ist das Ziel

Optimismus fällt einem nicht einfach spontan zu, sondern will geübt sein. Denn gewohnte Gedankenmuster lassen sich nur langsam umlenken und es erfordert gedankliche Disziplin, um in verschiedenen Situationen den Fokus möglichst stark auf die positiven Aspekte zu lenken. Natürlich erlebt jeder von Zeit zu Zeit auch Situationen, denen nichts Positives abzugewinnen ist. Aber auch in solchen Momenten kann man bewusst versuchen, immer wieder den Fokus auf die Dinge im Leben zu richten, für die man dankbar sein kann oder die einem Freude bereiten. Die Idee dahinter ist also nicht, sich das unrealistische Ziel zu setzen, das ganze Leben nur noch rosarot zu sehen, sondern sich möglichst oft bewusst auf die Aspekte zu konzentrieren, die das Leben lebenswert machen.

3 Tipps um die Gedanken in eine positivere Richtung zu lenken:

1. Positive Gedankenhygiene
Beobachten Sie immer wieder bewusst Ihre eigenen Gedanken und versuchen Sie, negative Gedankenspiralen zu erkennen und loszulassen. Diese können etwa entstehen, wenn man sich immer wieder destruktive Fragen stellt, wie „Warum trifft das genau mich?” – stattdessen hilft es, den Fokus bewusst auf positive Aspekte im Leben zu lenken.

2. Führen Sie ein Dankbarkeitstagebuch
Schreiben Sie jeden Abend drei Dinge auf, die Sie an dem Tag positiv erlebt haben oder für die Sie dankbar sind. So können Sie jeden Tag mit einem guten Gefühl abschließen.

3. Glücksmomente bewusst erleben und einplanen
Führen Sie eine Liste von Dingen und Aktivitäten, die Sie glücklich machen und planen Sie diese immer wieder bewusst in Ihr Leben ein. Auch die kleinen Freuden machen einen Unterschied: Als BlumenfreundIn kann man zum Beispiel einen Ausflug in einen botanischen Garten organisieren oder sich hin und wieder spontan mit einem Blumenstrauß selbst verwöhnen. Plant man diese Glücksmomente bewusst bereits vorher ein, blickt man viel positiver in die Zukunft.

Weitere Tipps dazu, wie eine optimistischere Lebenseinstellung gelingen kann, gibt es im Interview mit Glückstrainerin Katharina Mühl zum Nachlesen.

Quellen:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4161121/

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5636048/

https://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/fullarticle/482087

https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2016.02022/full

https://link.springer.com/article/10.1007/s00940-017-0592-6

https://www.stark-mit-ms.at/stress-ade-abschalten-und-die-schoenste-zeit-des-jahres-geniessen/

https://www.stark-mit-ms.at/glueck-und-krankheit-expertentipps-zum-gluecklichsein-von-glueckstrainerin-katharina-muehl/

https://www.stark-mit-ms.at/glueck-und-krankheit-so-entgegnen-sie-den-typischen-negativen-gedankenmustern-nach-einer-diagnose/

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