Vertrauen ist die Basis für ein gelungenes Gespräch zwischen Ärzten und Patienten, da sind sich die Fachärztin für Neurologie, Dr. Doris Hauer, und Mag. Manuela Lanzinger, selbst MS-Patientin, einig.

Wir alle leben in Beziehungen – mit Eltern, Partnerinnen und Partnern, Kindern, Familienangehörigen, Freunden und Kollegen. Wer eine chronische Erkrankung hat, hat darüber hinaus noch eine ganz besondere Beziehung: die zur behandelnden Ärztin bzw. zum Arzt. Begleiten sie einen doch über einen oftmals längeren Zeitraum durch das Leben. Aber was muss man tun, damit diese Beziehung klappt? Damit die Gespräche gelingen und man sich verstanden fühlt?

Vertrauen ist wesentlich

„Das Wesentliche für ein Arzt-Patienten-Gespräch ist eine Vertrauensbasis von beiden Seiten”, weiß Mag. Manuela Lanzinger aus ihrer eigenen Erfahrung. Wobei der MS-Patientin persönlich ganz wichtig ist, dass der Arzt bzw. die Ärztin auch akzeptiert, dass man selbst eine Expertise für den eigenen Körper hat, sich selbst gut beobachten und so einen wertvollen Beitrag zu aktuellen Problemstellungen leisten kann.

„Ganz wichtig ist sicher auch, sich als Patientin bzw. als Patient vorzubereiten und am besten schon mit einem Fragenkatalog zum ärztlichen Gespräch zu erscheinen”, so der Tipp von Mag. Lanzinger an andere Betroffene.

Zufriedenheit auf beiden Seiten

„Von der Fatigue sind sehr viele Patienten betroffen und davon viele sehr schwer. Die Betroffenen schaffen oft den Alltag nicht, geschweige denn irgendwelche privaten Aktivitäten”, informiert DGKS Silvia Katzmayr. „Wichtig ist es, dass der Patient sich seinen Alltag einteilt. Das heißt, dass er immer wieder Ruhephasen wirklich gezielt setzt”, rät die erfahrene MS-Schwester. „Der Patient berichtet mir oft: Er bringt zu wenig Leistung. Damit setzt er sich noch mehr unter Druck. Ich gebe immer mit auf den Weg: Einfach zu schauen, wann brauche ich Erholung und das auch wirklich für sich selbst einzufordern. Ein ganz wichtiges Thema ist, auf sich selbst zu achten!”

Aus meiner Sicht sollten beide Seiten zufrieden sein. Sprich, dass der Arzt die Informationen bekommt, wie es um den Patienten steht. Wie es ihm geht. Aber auch der Patient soll die Informationen, die er zu seiner Erkrankung haben möchte, von seinem Arzt bekommen”, so die Sichtweise von Dr. Doris Hauer.

In diesem Zusammenhang gilt es immer wieder zu erheben: Wie aktiv ist die Erkrankung? Wie geht es dem Patienten auch im psychosozialen Umfeld – sprich familiär und beruflich? Vor allem auch mit der Therapie?

Weiters berichtet die Neurologin aus ihrem Berufsalltag: Es muss auch eine Vertrauensbasis da sein. Was ich immer wieder sehr schön finde, ist, wenn Patienten auch Probleme ansprechen, die durch die Erkrankung bedingt sein können und hier bekommt man dann auch oft einen Vertrauensvorschuss.” So kann man gemeinsam immer wieder gute Lösungen finden.

AT/NEUR/0619/0047

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