Initiative für MS-Patienten: „Radevent MS Cycling Tirol” belegte Platz 1 – ein Folgebericht

von | 19. Dezember 2019 | Alltag & Beruf

Ob Amateur oder Profi, Rad- oder Rollstuhlfahrer – bei dem Radevent MS Cycling Tirol bilden MS-Patienten, Angehörige und Interessierte eine Einheit. Was Platz 1 mit 10.000,- Euro für die Initiative bedeutet, lesen Sie im Interview.

Das Projekt „Radevent MS Cycling Tirol” ging aus der Initiative MS: Mein Projekt, welche im Rahmen des MS-Welttages am 30. Mai 2019 mit dem Motto „Hidden MS” stattfand, als Gewinner hervor. 1.352 Shares der insgesamt 4.598 gingen an diese Initiative.

Der perfekte Begleiter

Mobil sein – das ist für viele MS Patienten ein hohes Gut. Ausflüge mit Freunden und Familie oder nur kurz eine Besorgung machen, das bedeutet Lebensqualität. Das Fahrrad kann dabei für MS Erkrankte der ideale Begleiter sein. Denn das Rad ermöglicht größere Distanzen zurückzulegen, selbst wenn das Gehen schwerfällt und die Bewegungsfähigkeit bereits eingeschränkt ist. Radfahren ist darüber hinaus besonders gelenkschonend, da der Sattel den Großteil des Körpergewichts auffängt. Gleichzeitig trainiert das Radfahren gerade die Muskeln, die bei vielen MS Patienten schon früh betroffen sind wie Hüftbeuger, Oberschenkelmuskulatur und Fußheber. Für Patienten, für die ein klassisches Fahrrad nicht geeignet ist, kommen außerdem zahlreiche Radtypen und Anpassungen wie Lenkhilfen oder Pedalfixierungen in Frage, die den individuellen Umständen jedes Patienten gerecht werden.

Diese Faktoren machen das Radfahren nicht nur zu einem spaßigen und geselligen Hobby, sondern zu einer wertvollen Trainingseinheit für MS Patienten, die neue Möglichkeiten eröffnet und Lebensfreude schenkt. Und genau da setzt das Projekt Radevent MS Cycling Tirol der Multiplen Sklerose Gesellschaft Tirol an.

Das Projekt im Detail 

Die Multiple Sklerose Gesellschaft Tirol ruft den Radevent MS Cycling Tirol ins Leben. Insgesamt 3 Tage wird von St. Anton am Arlberg nach Kufstein geradelt. Die Initiative wurde 1.352 Mal geteilt und wird bei der Umsetzung mit 10.000,- von Roche Austria unterstützt. Mehr Informationen

Wie haben Sie die vielen Unterstützer Ihres Projekts motivieren können, abzustimmen?

Unser Radevent war schon seit einem Jahr geplant. Die enormen Kosten haben uns allerdings zu Denken gegeben.

Wie war ihre Reaktion, als Sie von Ihrer Platzierung erfahren haben? Wie hat Ihr Team reagiert? 

Die Reaktion war überwältigend, wir konnten es anfangs gar nicht glauben, dass wir mit diesem Vorsprung gesiegt haben. Wir haben uns sehr bestätigt gefühlt, da uns so viele Besucher unserer Facebook Seite unterstützt haben.

Was bedeutet das jetzt konkret für Ihre Initiative und Ihr Angebot für Betroffene? Hätten Sie es sonst nicht durchführen können?

Wir können jetzt natürlich in einem größeren Rahmen die Awareness Aktion bewerben und alle motivieren, mit zu tun. Wir hätten die Radchallenge immer durchgeführt, allerdings in einem viel kleineren Rahmen.

Wann starten Sie mit Ihren geplanten Maßnahmen bzw. haben Sie bereits mit der Umsetzung begonnen?

Seit Juli ist ein 6-köpfiges Team dabei, das Event bzw. die Awarenessaktion zu planen. Die Strecke ist auf 3 Tage aufgeteilt, alle die sich dafür interessieren sind eingeladen dabei zu sein.

Was ist Ihnen noch wichtig, dass unsere LeserInnen erfahren?

MS heißt nicht zwangsläufig im Rollstuhl zu landen. Trauen Sie sich mehr zu, Sie werden sehen – alles ist möglich. Sportliche Aktivität tut gut und stärkt Ihr Selbstvertrauen. Gemeinsam schaffen wir es.

 

AT/NEUR/1219/0096 | Titelbild: ©Mak/Adobe Stock

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