Intermittierendes Fasten und MS

von | 24. Februar 2020 | Ernährung

In Sachen Ernährung gibt es bekanntermaßen nicht DIE eine Lösung. Immerhin ist jeder Mensch anders und in Bezug auf das Thema Ernährung und MS wimmelt es nur so von unterschiedlichsten Tipps und Meinungen. Der neueste Trend: intermittierendes Fasten. Doch was ist dran am Hype um das Intervallfasten – und kann es tatsächlich positive Effekte auf MS haben? 

Intermittierendes Fasten – was ist das?

Vermutlich gehören auch Sie zu den Menschen, die über den Tag verteilt im Abstand von 3-6 Stunden drei Mahlzeiten am Tag essen und sich zwischendurch ein bis zwei Snacks genehmigen – denn damit gehören Sie zur Mehrheit. Intermittierendes Fasten bricht mit dieser populären Ernährungsweise. Beim intermittierenden Fasten, auch Intervallfasten oder Kurzzeitfasten genannt, wird in einem bestimmten Rhythmus zwischen Zeiten der normalen Nahrungsaufnahme und des kompletten Nahrungsverzichts gewechselt. Anders als beispielsweise das Heilfasten kann intermittierendes Fasten täglich angewendet werden. Ein Beispiel ist die 16:8 Variante: Dabei wird in einem Intervall von 8 Stunden am Tag gegessen, während in den restlichen 16 Stunden gefastet wird. Der Ernährungsform werden zahlreiche positive Effekte, beispielsweise auf die Stressresistenz, die allgemeine körperliche Belastungsfähigkeit und sogar die Lebenserwartung sowie das Fortschreiten von Krankheiten, zugeschrieben – stimmt das?

Beobachtungen des intermettierendes Fastens in der Tierwelt

Die Effekte des intermittierendem Fasten in der Tierwelt wurden bereits in zahlreichen Studien untersucht – mit erstaunlichen Ergebnissen. So konnten bemerkenswerte Auswirkungen auf das Alter, die Lebensdauer und die allgemeine Gesundheit von Mäusen und Primaten festgestellt werden. Zwar wurden die Effekte von Variablen wie Geschlecht oder verschiedenen genetischen Faktoren beeinflusst, dennoch ließen sich klare Vorteile der Ernährungsform beobachten, die sich nicht nur durch eine Gewichtsabnahme begründen lassen. Denn während des Fastens aktivieren die Zellen Wege, die die Abwehr gegen Stress verbessern und geschädigte Moleküle entfernen oder reparieren. Dies wirkt sich auf die Stressresistenz und auch Entzündungen aus.

Effekte von intermittierendem Fasten beim Menschen

Nicht nur in der Tierwelt, auch beim Menschen werden die Auswirkungen des Intervallfastens untersucht. Die Studien liefern beeindruckende Ergebnisse über ein breites Spektrum an Vorteilen dieser Ernährungsform für viele Krankheitszustände wie Fettleibigkeit, Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und chronische Krankheiten – darunter auch MS.

Intermittierendes Fasten und MS

Studien an Mäusen haben gezeigt, dass intermittierendes Fasten die Autoimmundemyelinisierung bei Multiplen Sklerose reduzieren können. Zwei kürzlich durchgeführte Studien zeigten darüber hinaus Hinweise darauf, dass sich bei Patienten mit Multipler Sklerose, die sich an ein intermittierendes Fastenprogramm halten, gewisse Symptome reduzieren könnten.

So können Sie die Ernährungsform in Ihren Alltag einbauen

Auch die Forschung zu Effekten von normalem Fasten auf die Gesundheit sowie auf Multiple Sklerose zeigt erstaunliche Erfolge. Das Problem: Gängiges Fasten, bei der beispielsweise eine Woche lang komplett auf Nahrungsaufnahme verzichtet wird, ist für viele nur schwer in den Alltag integrierbar. Und genau hier ist das intermittierende Fasten eine gute Möglichkeit, die positiven Auswirkungen des Fastens ohne große Einschränkungen in den Tagesablauf zu integrieren. Mögliche Modelle des Intervallfastens sind: 

5:2-Methode: Bei der 5:2-Variante wird an fünf Tagen gegessen, worauf man Lust hat und an zwei Tagen in der Woche gefastet, wobei eine geringe Nahrungsmenge erlaubt ist. 

16:8-Methode: Wie bereits erwähnt wird bei der 16:8-Methode innerhalb von einem 8-Stunden-Fenster gegessen, während 16 Stunden lang gefastet wird. 

10 in 2-Methode: Die 10 in 2-Methode bedeutet, dass abwechselnd gegessen und gefastet wird, also einen Tag essen und einen Tag fasten innerhalb von 2 Tagen.

(Es wird darauf hingewiesen, dass dieser Artikel keine Ernährungsempfehlung darstellt und jede Ernährungsumstellungen mit dem behandelnden Arzt abzuklären ist.)

 

Quellen: 
Rafael de Cabo and Mark P. Mattson (2019). Effects of Intermittent Fasting on Health, Aging, and Disease. In: the new english journal of medicine, 381;26, S. 2541-2551. 
https://www.3sat.de/wissen/nano/fasten-bei-multipler-sklerose-100.html 

AT/NEUR/0220/0010 | Titelbild: © sewcream/Adobe Stock

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