Inwiefern sind Angehörige Teil der MS-Reha?

von | 26. Juli 2019 | Erkrankung & Therapie

Diese Frage beantwortet Andreas Mühlbacher, Therapieleiter am Reha-Zentrum Münster, im Video-Interview und betont, wie wichtig es für Angehörige ist, auch zu erkennen, welche Rolle sie gerade einnehmen und ob diese für den Patienten hilfreich ist.

Die Angehörigen sind natürlich ein wichtiger Teil innerhalb der Rehabilitation bei Multipler Sklerose. Man muss nur differenzieren, welche Rolle sie aktuell spielen”, so Andreas Mühlbacher. Es gibt natürlich beide Seiten der Medaille: Es gibt die Angehörigen, die so unterstützen, wie es der Patient braucht”, weiß der Therapieleiter aus seiner Tätigkeit im Reha-Zentrum in Münster, das sich u.a. auf die Rehabilitation von MS-Patienten spezialisiert hat.

Es gibt aber auch die andere Seite: Angehörige, die eben ein wenig zu viel unterstützen. Wenn auch oftmals gut gemeint, nehmen sie den Patienten dann Dinge ab, die sie noch selber machen könnten.

Du sagst mir, wenn ich dir helfen soll.

Ganz wichtig ist der Austausch mit den Betroffenen. Es gibt viele Situationen, in denen ein Gespräch Klarheit verschafft, indem man einfach vereinbart: Du sagst mir, wenn ich dir helfen soll.

„Einfach nicht zu helfen, weil man Angst hat, dass man jemanden dadurch den Stolz nehmen würde, ist nicht richtig”, betont Andreas Mühlbacher. „Aber es ist genauso nicht richtig, immer da zu sein und immer die Tür aufzuhalten. Das merke ich im Reha-Zentrum oft, wenn man einem Patienten die Tür aufhält, der das eigentlich selber machen will. Da nimmt man einem Menschen auch manchmal eine Kompetenz weg, die er eigentlich selber noch hätte. Und das ist für die Angehörigen ganz wichtig, dass man diese Gratwanderung einfach auch im Rahmen erlernen kann.” 

AT/NEUR/0719/0053

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