Ist die MS eine Erbkrankheit?

von | 29. Mai 2018 | Partnerschaft & Familie | 0 Kommentare

Eine Frage, die viele Paare mit Kinderwunsch beschäftigt und oftmals Unsicherheit verbreitet. Dr. Doris Hauer, Fachärztin für Neurologie, klärt im Video-Interview auf.

„Prinzipiell muss ich hier gleich einmal vorwegnehmen, dass die Multiple Sklerose keine Erbkrankheit ist”, betont Dr. Doris Hauer, MS-Zentrum Melk. „Es gibt in seltenen Fällen familiär gehäufte Fälle. Hier spielt die Genetik eine größere Rolle. Aber ansonsten kann man sagen, dass bei einem Großteil unserer Patienten keine Erbkomponente im Vordergrund steht. Man weiß, dass es verschiedene Genorte gibt; hier sind bereits über 20 bekannt. Aber man kann nicht sagen, welcher jetzt eventuell ein Auslöser alleine sein könnte.”

Dr. Hauer betont: „Somit kann ich einmal MS-Patientinnen und MS-Patienten beruhigen. Sie können ruhig ganz normal die Familienplanung vornehmen, wie jeder gesunde Mensch auch. Und selbst bei Zwillingsstudien hat sich gezeigt, dass wenn ein eineiiger Zwilling betroffen ist, der zweite nur bis zu 30% maximal betroffen ist. Also es ist keine Erberkrankung.”

Abschließend kann man sagen: Es besteht ein diskret erhöhtes Risiko gegenüber der Normalbevölkerung. Wenn ein Elternteil Multiple Sklerose hat, besteht eine 1%-ige Wahrscheinlichkeit, dass MS weitergegeben wird. Sind beide Elternteile erkrankt, ist eine genetische Durchschlagskraft wahrscheinlicher. Aber MS ist – wie gesagt – keine Erbkrankheit.

AT/NEUR/0418/0077

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