MS-Therapie: Welche begleitenden Maßnahmen sind empfehlenswert?

von | 23. September 2019 | Erkrankung & Therapie

Eine Frage, die wir drei Expertinnen aus unserem Beratergremium gestellt haben. Hier die Antworten, Empfehlungen und Tipps von einer MS-Schwester, einer Fachärztin für Neurologie und einer MS-Patientin.

DGKS Silvia Katzmayr, MS-Schwester

Grundsätzlich sind alle Maßnahmen empfehlenswert, die dem Patienten gut tun. Das heißt, er muss sich mit dem, was er macht oder begleitend macht, wohlfühlen. Wichtig ist, dass z. B. genügend Sport, Reha, Physiotherapie oder Ergotherapie gemacht wird; je nachdem, wie der Bedarf ist und in welchem Zustand sich der Patient befindet. Wichtig ist auch, dass er sich bei der Therapie nicht ständig überfordert; im Anschluss nicht so ausgepowert ist, dass einfach nichts mehr geht. Ein wichtiger Punkt ist das richtige Maß an Therapie.

Dr. Doris Hauer, Fachärztin für Neurologie

Ich ermutige die Patienten, dass sie immer wieder zur Physiotherapie gehen oder auch, je nachdem in welcher Erkrankungsphase sie sind, eine Ergo- oder Logotherapie zu machen. Denn die Patienten sind oftmals nach einem Schub sehr verunsichert und trauen sich dann wenig zu. In Begleitung von einem Therapeuten oder einer Therapeutin entdecken sie dann, dass sie mehr können. Sie haben auch wieder mehr Mut und mehr Selbstvertrauen, was sie unbedingt benötigen, um im Alltag wieder gut Fuß zu fassen. Begleitende Physio-, Ergo-, Logotherapie ist sehr gut.

Kognitives Training, sprich Gedächtnistraining, wird auch empfohlen. Hier ist es wichtig, wie bei jedem gesunden Menschen, dass dem Gehirn immer wieder neue Anreize gesetzt werden. Man soll sich ruhig trauen, wieder einmal etwas Neues zu lernen oder etwas ganz Anderes auszuprobieren. Auch wenn man durch die Grunderkrankung leichte Einschränkungen hat, wird man sehen, dass man große Freude empfinden kann, wenn man etwas Neues ausprobiert!

Mag. Manuela Lanzinger, MS-Patientin und Leiterin der Selbsthilfegruppe Kunterbunt

Bei Bewegungseinschränkungen ist es empfehlenswert, jede Form von Bewegungstherapie zu machen und z. B. Turngruppen zu besuchen. Sehr angenehm ist es für viele MS-Patientinnen und Patienten auch Entspannungsübungen zu machen. Und dann kommt es natürlich darauf an, welche Probleme, welche Einschränkungen die jeweilige Person hat. Es kann notwendig sein z. B. auch das Gedächtnis zu trainieren und Gedächtnisübungen zu machen.”

 

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