Eine kurze Begriffserklärung von Mag. Dr. Natascha Tesar-Pelz, Klinische Psychologin an der Klinischen Abteilung für Neurologie am Universitätsklinikum St. Pölten.

Was ist eine Klinische Psychologin?

Eine Klinische Psychologin hat das Studium der Psychologie absolviert und dann auch eine Fachausbildung in klinischer Psychologie gemacht. Das bedeutet, dass wir uns mit Erlebens- und Verhaltensweisen von Menschen beschäftigen und natürlich auch mit ihren Störungen.

Die Klinische Psychologie teilt sich auf in Diagnostik und in weiterer Folge in die klinisch-psychologische Behandlung. Bei der Diagnostik werden Störungen mit diagnostischen Mitteln erfasst. In der Behandlung geht es darum bei den Patienten gesundheitsfördernde Maßnahmen zu setzen und mit ihnen auch wieder einen Weg zur Gesundung gemeinsam zu gehen.

Was beinhaltet das Spezialgebiet der Neuropsychologie?

Eine Neuropsychologin arbeitet auf der Neurologie und hat unter anderem auch mit MS-Patienten zu tun. Das heißt, wir diagnostizieren kognitive Beeinträchtigungen von Patienten mit Multipler Sklerose. Das kann im Bereich des Gedächtnisses sein oder der Aufmerksamkeit.

Wenn wir dann diese Defizite erfasst haben, stellen wir einen ganz genauen Behandlungsplan zusammen, um auch diese kognitiven Beeinträchtigungen anhand von bestimmten Programmen zu therapieren bzw. den Patienten auch bei der Krankheitsverarbeitung zu helfen.

Wie helfen Sie MS-Patienten ganz konkret?

Es ist wichtig in einer ausführlichen Diagnostik zu erfassen, in welchen kognitiven Teilbereichen der Betroffene wirklich Probleme hat.

Das ist das Gedächtnis. Das heißt die Aufnahme von neuem Lernmaterial bzw. die verzögerte Wiedergabe von bereits gut gelernten Inhalten.

Wir erfassen aber auch die Aufmerksamkeitsfunktionen. Es gibt unterschiedliche Bereiche der Aufmerksamkeit:

  • Selektive Aufmerksamkeit: Kann der Patient sich auf eine Sache konzentrieren und andere Störvariablen zum Beispiel wegschalten.
  • Geteilte Aufmerksamkeit: Kann sich jemand auf mehrere Dinge gleichzeitig konzentrieren? Was ja auch im Berufsleben oft sehr wichtig ist.
  • Exekutive Funktionen: Dazu gehört z. B. die Handlungsplanung. Das heißt, inwieweit ich bestimmte Tätigkeiten planen, in Schritte teilen und Prioritäten setzen kann, um diese Handlung auch vollziehen zu können. Zum Beispiel wenn man an das Kochen denkt: Das Kochen verlangt, dass ich mir einen Plan zurecht richte und mir überlege, welche Schritte ich zuerst setze. Welche Schritte kommen als zweites? Was hat Priorität? Was muss ich vorher, was kann ich erst später machen?

Wo finde ich eine Klinische Psychologin?

Auf Psychnet finden Sie österreichweit Klinische Psychologinnen und Psychologen

 

AT/NEUR/0819/0060 | Titelbild: © loreanto/Adobe Stock 

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