Reha-Zentrum mit MS-Schwerpunkt stellt sich vor

von | 29. Mai 2019 | Erkrankung & Therapie

Prim. Univ.-Doz. Dr. Christian Brenneis, Neurologe und Ärztlicher Direktor bietet Einblicke in das Reha-Zentrum Münster (Tirol), dessen Schwerpunkt die Betreuung von Menschen mit Multipler Sklerose ist.

Was muss ich machen, um auf Reha fahren zu können? Was erwartet mich dort? Wie kann mich ein Reha-Aufenthalt in der Bewältigung meines Alltages unterstützen? Viele Fragen, die uns der Ärztliche Direktor vom Reha-Zentrum Münster bei einem Rundgang durch das Haus beantwortet.

„Am einfachsten ist es, den Reha-Antrag gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt zu stellen und zur jeweiligen Sozialversicherung zu schicken”, informiert Dr. Brenneis. „Die Kosten werden übernommen. Gegebenenfalls muss noch ein kleiner Selbstbehalt bezahlt werden.”

Der Besuch eines Reha-Zentrums beginnt mit Stellen eines Reha-Antrages beim behandelnden Arzt.

Wer im Reha-Zentrum Münster ankommt, wird hier herzlich begrüßt. Die umgebende Natur ist beeindruckend, die Räumlichkeiten modern und hell und die Mitarbeiter sehr freundlich und bemüht.

Hier wird der MS-Patient als Teil des interdisziplinären Teams gesehen. Und das bedeutet, dass man mit dem Patienten schon beim Aufnahmegespräch gemeinsam die Zielsetzung formuliert. Wobei MS-Patienten selbst ein hohes Maß an Eigenverantwortung tragen. „Uns ist wichtig, dass den Patienten bewusst wird, in welchen Bereichen ihres Lebens sie Hindernisse haben, um das Leben erfüllt und zufrieden leben zu können”, klärt Dr. Brenneis auf.

Im Aufnahmegespräch wird gemeinsam mit dem MS-Patienten – als Teil des multiprofessionellen Teams – die Zielsetzung definiert.

Möglichst selbstständig am Leben teilhaben: Das ist das große Ziel, wenn es um Rehabilitation geht. Aus diesem Grund ist das Reha-Team bemüht, MS-Patienten mit den Stärken aller einzelnen Berufsgruppen in einer multiprofessionellen Therapie zu unterstützen.

Je nachdem welche Beschwerden der Patient hat, in welchem Krankheitsverlauf bzw. Krankheitsstadium er sich befindet, reicht das Therapieangebot von medikamentöser Unterstützung über nicht medikamentöse Verfahren bis hin zu einer neuropsychologischen Unterstützung. „Neben den Ärzten, die Patienten natürlich auch betreuen, gibt es eine Anzahl von Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Logopädinnen aber auch Psychologinnen”, so der Ärztliche Direktor. „Das heißt, das Spektrum geht von der Beratung bis zum Training, wie Kraft- und Ausdauertraining. Das hängt wirklich ganz vom Defizit oder Hindernis ab, das die Patientin oder der Patient angibt.”

Möglichst selbstständig am Leben teilhaben: Das ist das große Ziel, wenn es um Rehabilitation geht. Erreichen kann man das mit einer multiprofessionellen Therapie.

Sich regen bringt Segen: Das sagt schon ein altes Sprichwort, das sich auch das Reha-Zentrum Münster auf seine Fahnen heftet. Ob Nordic Walking oder Wassergymnastik, Gruppen- oder Einzeltherapie: Im Münster wird nicht nur am Land, sondern auch im Wasser – in einem eigenen Therapiebecken – trainiert. Weiß man doch, dass regelmäßige körperliche Aktivität den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann, da entzündungshemmende Faktoren ausgeschüttet werden.

Darüber hinaus fühlen sich aktive MS-Patienten besser, haben ein geringeres Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Osteoporose zu erkranken und leiden weniger an Fatigue. Kurzum: Körperliche Aktivität bringt mehr Beweglichkeit und mehr Mobilität.

Bewegung tut gut! Aufgrund von regelmäßiger körperlicher Aktivität werden entzündungshemmende Faktoren ausgeschüttet. Was den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann.

„Wir versuchen natürlich auch immer, uns und das Angebot weiterzuentwickeln”, informiert der Neurologe Dr. Brenneis. „Also zum Beispiel die Idee, dass mit einer Therapie-App die Langfristigkeit des Effektes verbessert werden kann.” Es geht darum, dass der MS-Patient auch zuhause eine Unterstützung im täglichen Üben hat, um den Effekt des Reha-Aufenthaltes auch möglichst lang in den Alltag zu bringen. „Uns ist es wichtig als Reha Team, dass wir Personen mit Multipler Sklerose unterstützen können, dass sie ihren Alltag zufrieden und erfüllt gestalten und leben können”, resümiert Dr. Brenneis.

Wie kann ich das Gelernte zuhause umsetzen? Diese Frage wird schon während des Reha-Aufenthaltes geklärt. Am Weg nach Hause haben die Patienten dann Werkzeuge und Know-how mit im Gepäck, die ihnen auch unter dem Jahr Hilfestellungen im Alltag bieten, um die Krankheit positiv und auch längerfristig beeinflussen zu können. Dabei können auch Angehörige einen wertvollen Beitrag leisten, indem sie die Betroffenen beim Dabeibleiben an der regelmäßigen körperlichen Aktivität, den Übungen und der Therapie unterstützen.

Dabeibleiben scheint das Zauberwort zu sein: Wer dabeibleibt bei all dem, was er während eines Reha-Aufenthaltes gelernt hat, und es auch zuhause regelmäßig umsetzt, wird beim nächsten Reha-Besuch auf einem anderen, höheren Niveau starten.

Während eines Reha-Aufenthaltes erlernen Patienten auch, wie sie Situationen im Alltag meistern können. Dabei lautet das Zauberwort: auch zuhause dranbleiben.

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