Mit einer guten Vorbereitung und in Abstimmung mit Ihrem behandelnden Arzt können Sie guten Gewissens auf Entdeckungsreise gehen. Die nachstehenden Fragen sollen Sie dabei unterstützen.


Wann soll ich mit der Planung beginnen?

Am besten fangen Sie mit den Vorbereitungen rund 6 Monate vor dem geplanten Reiseantritt an. So haben Sie genug Zeit, Ihre Urlaubsdestination und den damit erforderlichen Impfschutz mit Ihrem behandelnden Arzt bzw. einem Reisemediziner abzustimmen.


Welcher Urlaubstyp bin ich?

Ob Badeurlaub oder Städtetrip: Wählen Sie eine Urlaubsart, die Ihren persönlichen Vorlieben und Aktivitäten entspricht. Der Vorteil einer Individualreise ist, dass Sie Ihren Urlaub nach Lust und Laune selbst gestalten können. Vor allem in punkto Anreise und Aktivitäten sind Sie flexibel.

Wenn Sie sich um die Organisation Ihres Urlaubs nicht kümmern möchten, dann ist eine Gruppenreise für Sie ideal. Es gibt auch Reiseveranstalter mit speziellen Reiseangeboten für Menschen mit Erkrankungen bzw. Einschränkungen. Hier wird auf die besonderen Bedürfnisse Rücksicht genommen.


Wie will ich anreisen?

Die Art der Anreise soll in erster Linie für Sie bequem sein: Die Fahrt mit dem PKW ermöglicht eine individuelle Reise. Sie können Pausen einlegen, frische Luft schnappen oder bei einer längeren Fahrt Zwischenstopps mit Übernachtungen einplanen. Auch das Reisen mit der Bahn ist komfortabel.


Verreise ich mit dem Flugzeug?

Der Vorteil einer Flugreise liegt in der kurzen Reisedauer. Bevorzugen Sie Direktflüge, auch wenn diese manchmal etwas teurer sind. So können Sie längere Reise- sowie Stehzeiten beim Umsteigen vermeiden.

Fragen Sie bitte im Vorfeld bei der Fluggesellschaft an:

  • Gibt es die Möglichkeit, an Board Medikamente zu kühlen (vor allem bei Langstreckenflügen)?
  • Was muss man bei der Mitnahme von Medikamenten und gegebenenfalls Einwegspritzen beim Sicherheits-Check und an Board beachten?
  • Welche Serviceleistungen gibt es an Board für Menschen, die in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind?

Bitte beachten Sie:

  • Besprechen Sie bitte Ihre Reisepläne mit Ihrem behandelnden Arzt.
  • Erkundigen Sie sich vor Reiseantritt über die Einfuhrbestimmungen für die geplante Medikamentenmitnahme in Ihrem Urlaubsland.
  • Haben Sie bei Ihren Reiseunterlagen immer auch griffbereit die notwendigen ärztlichen (am besten mehrsprachigen) Atteste über die Mitnahme Ihrer Medikamente.
  • Besorgen Sie sich für Ihre Medikamente, die gekühlt gelagert werden müssen, eine Reisekühltasche, die ausreichend lange die notwendige Kühltemperatur halten kann.
  • Packen Sie alle Medikamente in das Handgepäck. Denn Flugzeuge können auch Verspätung haben bzw. Koffer können verloren gehen.


Was soll ich in die Reiseapotheke packen?

Auf eine Reise sollte man alle Medikamente, die man regelmäßig einnehmen muss, in einer ausreichenden Anzahl mitnehmen. Darüber hinaus eine Reiseapotheke mit unter anderem:

  • Fieberthermometer, Pinzette und Schere
  • Verbandszeug
  • Insektenschutz
  • Durchfallmedikamente
  • orale Rehydrierungslösung (ORS)
  • Wund- und Heilsalben
  • Augen-, Ohren- und Nasentropfen
  • Mittel gegen Erbrechen und Husten

Bitte bedenken Sie bei einem Urlaub in einer anderen Zeitzone den sich verändernden Einnahmezeitpunkt Ihrer Medikamente. Besprechen Sie die Einnahme von Dauermedikamenten, eine eventuell notwendige Thromboseprophylaxe, den Inhalt Ihrer Reiseapotheke sowie die Mitnahme von Notfallmedikamenten mit Ihrem behandelnden Arzt.

Bitte beachten Sie weiters, dass es im Ausland unter Umständen besondere Bestimmungen zur Mitnahme von starken opioidhaltigen Schmerzmitteln (= Betäubungsmittel) gibt. Bitte besprechen Sie die Medikation mit Ihrem behandelnden Arzt. Lassen Sie sich, wenn erforderlich, eine ärztliche Bescheinigung (auch in englischer Sprache) ausstellen. Weiters können Sie sich auch bei der jeweiligen Botschaft des Landes über die gültigen Bestimmungen informieren.

Bitte beachten Sie:

Vermeiden Sie eine intensive Sonneneinstrahlung. Achten Sie immer auf ausreichenden Sonnenschutz. Denken Sie daran, dass die Einnahme einiger Medikamente die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen kann.


Welchen Versicherungsschutz habe ich?

Viele Reisende schließen eine Storno- bzw. Reiserücktrittsversicherung ab, um sich vor einem möglichen finanziellen Schaden zu schützen. Gerade Menschen mit einer chronischen Erkrankung sollten aber darüber hinaus ihren Versicherungsschutz überprüfen bzw. erweitern. Denn was tun, wenn Sie am Urlaubsort medizinische Hilfe brauchen bzw. vorzeitig abreisen müssen?

Bitte überprüfen Sie, ob Ihre bestehenden Versicherungen die nachstehenden Kosten im Anlassfall abdecken bzw. welche Kosten von Ihnen zum Teil oder zur Gänze zu tragen sind.

  • Kosten für einen möglichen Rücktransport (Rückholversicherung), auch aufgrund einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes bei einer chronischen Erkrankung
  • Kosten für eine medizinische Betreuung bzw. ärztliche Leistungen am Urlaubsort

Bitte beachten Sie:

Es lohnt sich, den bestehenden Versicherungsschutz in Hinblick auf die eigene Erkrankung zu überprüfen und gegebenenfalls auszuweiten bzw. eine zusätzliche Versicherung mit erweitertem Leistungsspektrum für die geplante Reise abzuschließen.


Wie ist die Infrastruktur vor Ort?

Erkundigen Sie sich im Vorfeld bei Ihrem Reiseveranstalter bzw. in Ihrer Unterkunft über die Gegebenheiten vor Ort.

  • Sind Lifte vorhanden?
  • Wenn benötigt: Gibt es eine Kühlmöglichkeit im Zimmer?
  • Wie weit ist die nächste medizinische Versorgung entfernt?
  • Kann die Unterkunft barrierefrei bzw. behindertengerecht genutzt werden?

Bitte beachten Sie:

Bereiten Sie schon zuhause eine Liste mit Fachausdrücken zu Ihrer Erkrankung sowie möglichen Beschwerden in der Landessprache vor. Zusätzlich können Sie ein medizinisches Wörterbuch mitnehmen.


Welche Hygienetipps soll ich beachten?

  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände.
  • Generelle Regel: Cook it, boil it, peel it or forget it (Koch es, brat‘ es, schäl‘ es oder vergiss es).
  • Essen Sie nur gekochtes und gebratenes Fleisch und Gemüse.
  • Schälen Sie Obst.
  • Trinken Sie kein Leitungswasser und vor allem keine Getränke mit Eiswürfeln.

AT/NEUR/1118/0160 | Titelbild: © photobyphotoboy/Shutterstock.com

Login