In unserer aufgeklärten Gesellschaft ist Sex allgegenwärtig. Doch was tun, wenn es nicht mehr klappt? Wenn Sexualität zu einer Belastung wird? Werden Sie aktiv. In den meisten Fällen gibt es Hilfe. Wir haben 10 Tipps für Sie zusammengefasst.

„Die sexuelle Gesundheit ist Teil der Gesamtgesundheit und sollte Bestandteil jeder ärztlichen Tätigkeit sein“, so die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO im Jahr 2000. Wie wichtig diese Forderung ist, zeigen die Ergebnisse einer weltweit durchgeführten Studie: Auf die Frage „Hatten Sie in den letzten 12 Monaten sexuelle Probleme, die länger als 2 Monate andauerten?“, antworteten 39 % der Männer und 46 % Frauen mit „Ja“.

Laut einer weltweiten Studie haben 39% der und 46% der länger als 2 Monate andauernde sexuelle Probleme; innerhalb der letzten 12 Monate.

Gerade Menschen mit einer chronischen Erkrankung können vermehrt von sexuellen Störungen betroffen sein: Beispielsweise leiden 70% der Frauen mit Diabetes mellitus an einer Sexualstörung. 70,6% der Männer mit einer Erkrankung der Herzkranzgefäße sind von einer Erektionsstörung betroffen. Auch Menschen mit MS leiden häufig unter einer Sexualstörung (Prävalenz von 50-90%). Die häufigsten Beschwerden bei Männern sind erektile Dysfunktion und Ejakulationsstörungen; bei Frauen die Störung der vaginalen Lubrikation (Vaginalsekret). Libidoverlust und Schwierigkeiten, einen Orgasmus zu erleben, betreffen beide Geschlechter gleichermaßen.

  • 50-90% der MS-Patienten sind von einer Sexualstörung betroffen.
  • Häufigste Beschwerden bei : Störung der vaginalen Lubrikation (Vaginalsekret)
  • Häufigste Beschwerden bei : erektile Dysfunktion, Ejakulationsstörungen
  • Häufigste Beschwerden bei beiden Geschlechtern: Libidoverlust und Schwierigkeiten, einen Orgasmus zu erleben

Wichtig! Nicht alle Menschen mit einem sexuellen Problem leiden darunter. Erst wenn ein Leidensdruck dazu kommt, liegt eine Sexualstörung vor. Dieser Leidensdruck lässt dann Betroffene ärztliche Hilfe aufsuchen. Und das ist gut so, denn in vielen Fällen können Ärzte weiterhelfen und es kann zu einer Verbesserung kommen, weiß der MS-Experte, Dr. Christian Bsteh, Facharzt für Neurologie, Multiple Sklerose Zentrum Salzburg.

    • Sprechen Sie Ihren behandelnden Arzt aktiv auf das Thema an.
    • In vielen Fällen kann man etwas tun und es kann zu einer Verbesserung kommen.

10 Tipps für Ihr Liebesleben

Neben der medizinischen Abklärung und Behandlung können auch folgende Maßnahmen zielführend sein:

      1. Sprechen Sie offen und ehrlich mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin über die Situation sowie mögliche krankheitsbedingte Einschränkungen.
      2. Schaffen Sie eine entspannte Atmosphäre ohne Erfolgsdruck.
      3. Zärtliche Berührungen können bei einer verminderten Libido das sexuelle Verlangen stimulieren.
      4. Nehmen Sie sich Zeit für Intimität in Erholungsphasen mit geringer Fatigue.
      5. Nehmen Sie eine antispastische Therapie zeitgerecht ein.
      6. Sind Sie von einer Blasenfunktionsstörung betroffen, dann suchen Sie die Toilette vor dem Geschlechtsverkehr auf. Schränken Sie vorher den Konsum von Alkohol, Kaffee und Nikotin ein.
      7. Bei Stuhlinkontinenz können nach einem Toilettenbesuch Analtampons hilfreich sein.
      8. Gleitgele können bei Lubrikationsstörungen der Scheide helfen.
      9. Vermeiden Sie kraftaufwendige Stellungen.
      10. Auch das Besprechen der Situation im Rahmen einer Paartherapie kann hilfreich sein.

Quellen:

      • ÖMSB (Österreichische Multiple Sklerose Bibliothek) 2., überarb. Auflage 2017, S. 172 ff.
      • BM Frauen Gesundheit: Sexuelle Gesundheit, Ein blinder Fleck im österreichischen Gesundheitssystem?, Tagungsbericht 2016

AT/NEUR/0418/0081 | Titelbild: © Syda Productions/Shutterstock.com

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