Körpereigene Abwehr: So stärken Sie Ihr Immunsystem (Teil 2)

von | 20. Juli 2020 | Alltag & Beruf

Das menschliche Immunsystem ist ein komplexes Abwehrsystem, das unseren Körper vor Krankheitserregern, Schadstoffen und negativen Zellveränderungen schützt. Doch wie funktioniert dieses System und wie kann man es stärken? 

Im 1. Teil unseres Artikels haben wir bereits erklärt, wie uns unser Abwehrsystem vor schädlichen, krankmachenden Umwelteinflüssen schützt, wie das Immunsystem aktiviert wird und wie man es langfristig stärken kann. Hierfür sind wir auf folgende drei Aspekte eingegangen: Ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung sowie genug Zeit an der frischen Luft. Nachfolgend finden Sie vier weitere hilfreiche Tipps, um die körpereigene Immunabwehr zu unterstützen.

1. Stressreduktion

Chronischer Stress schwächt das Immunsystem nachweislich. Darauf weisen mittlerweile mehrere Studien hin. Die dauerhafte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol wirkt sich demnach negativ auf die Immunabwehr aus und begünstigt das Entstehen bzw. die Verschlechterung von Krankheiten. Psychisches Wohlbefinden spielt deshalb eine zentrale, häufig unterschätzte, Rolle für die allgemeine Immunabwehr. Eine Studie der Techniker Krankenkasse des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und der Roehampton University in England zeigte beispielsweise, dass Menschen, die trotz Stress ihre Gelassenheit bewahren, seltener von Erkrankungen der oberen Atemwege betroffen sind als Menschen, die es nicht schaffen, Mechanismen zur Stressreduktion zu finden.

2. Reduktion von Schadstoffen

Neben Stress ist auch die bewusste Reduktion von Schadstoffen wie Nikotin und Alkohol zentral für ein starkes Immunsystem. Durch Zigaretten und Alkohol werden freie Radikale gebildet, die im Körper oxidativen Stress auslösen, der Zellen und Gewebe nachhaltig schädigt.

3. Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Makro- und Mikronährstoffen ist essentiell für ein gesundes Leben. Wie genau sich die Ernährung auf das Immunsystem auswirkt ist jedoch noch nicht geklärt. Was man jedoch weiß, ist dass der Darm für die allgemeine Gesundheit des Menschen eine zentrale Rolle spielt. In der Darmschleimhaut befinden sich Billionen von Bakterien in einem sensiblen Gleichgewicht – die Gesamtheit dieser Mikroorganismen wird „Mikrobiom“ genannt. Gerät das Mikrobiom durch falsche Ernährung oder andere Faktoren (z. B. Antibiotika-Therapie) ins Ungleichgewicht, zeigt sich dies oft nicht nur durch Verdauungsbeschwerden sondern auch in einer allgemeinen Schwächung des Abwehrsystems und einer höheren Anfälligkeit für Infekte und chronische Erkrankungen. Doch auch die Forschung am Mikrobiom steckt noch in den Kinderschuhen. Grundsätzlich gilt: Umso vielfältiger die Nährstoffe, die wir unserem Darm „füttern“, desto stabiler bleibt das sensible Gleichgewicht der Bakterien. 

4. Fasten

Temporärer Nahrungsverzicht wirkt sich laut neuesten Untersuchungen positiv auf das allgemeine körperliche Wohlbefinden aus. Studien liefern beeindruckende Ergebnisse über ein breites Spektrum an Vorteilen dieser Ernährungsform für viele Krankheitszustände wie Fettleibigkeit, Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und chronische Krankheiten – darunter auch MS. Nährstoffe sollen durch den temporären Nahrungsverzicht besser verwertet werden können, was die allgemeine Immunabwehr stärken soll. Im Rahmen einer Fastenstudie wurde bei den Probanden außerdem ein leichter Anstieg der Stammzellen des Immunsystems verzeichnet. Eine 16-Stunden-Nahrungspause über Nacht hat sich beispielsweise als extrem effektiv und gut in den Alltag integrierbar erwiesen. Mehr zum Intervallfasten erfahren Sie hier

Fazit: Ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung, regelmäßiger Bewegung, frischer Luft und ausreichend Schlaf trägt maßgeblich zu einer verbesserten Immunabwehr bei. Was in Hinblick auf die Stärkung des Immunsystems jedoch immer noch zu oft in den Hintergrund rückt: Der Einfluss der psychischen Gesundheit. Bewusste Stressreduktion wird demnach immer häufiger in Zusammenhang mit einem langfristig gesunden Körper genannt. Chronischer Stress (hierzu zählen auch emotionale Belastungen wie Sorgen, Ängste, Trauer, etc.) schwächt das Immunsystem hingegen. 

Hier geht’s zu Teil 1 unseres Artikels. 

Quellen:

https://www.springer.com/de/book/9783662564677

https://econtent.hogrefe.com/doi/abs/10.1026/0943-8149.17.4.185

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26086030

https://www.researchgate.net/publication/51084389_Vitamin_D_and_the_Immune_System

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22071480

https://www.stark-mit-ms.at/intermittierendes-fasten-und-ms/

https://www.gwern.net/docs/longevity/2019-decabo.pdf

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/63206/Intermittierendes-Fasten-haelt-jung-und-gesundhttps://www.aerzteblatt.de/nachrichten/63206/Intermittierendes-Fasten-haelt-jung-und-gesund

M-AT-00000492 | Titelbild: © Stark mit MS

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