So werden Sie „Stark mit MS”: Krankheitsbewältigung

von | 22. März 2021 | Alltag & Beruf

Blasenstörungen

Die Diagnose Multiple Sklerose bedeutet für die allermeisten Betroffenen einen großen Einschnitt im Leben, da sie diverse Veränderungen auslöst. Dabei ist man nicht nur durch körperliche Symptome gefordert, sondern muss auch lernen, die MS und ihre Auswirkungen psychisch zu bewältigen.

Die Krankheitsbewältigung ist ein essenzieller Schritt, um mit MS ein gutes Leben führen zu können. Da die Multiple Sklerose bei jedem etwas anders verläuft, gibt es nicht nur eine Lösung, um mit der Erkrankung umzugehen. Stattdessen kann sich jeder auf die Suche nach seinem ganz persönlichen Weg begeben, um mit der MS ein gutes Leben führen zu können.

Auf Regen folgt Sonnenschein: Phasen der Bewältigung

Bei der Verarbeitung gehört es zum normalen Prozess, verschiedene emotionale Phasen zu durchlaufen: Nach der Diagnose MS folgt auf den Schock häufig eine Phase der Verdrängung. Oft fühlt man sich in einem Wechselbad der Gefühle: Auch Wut, Enttäuschung, Angst, Schuldgefühle und Trauer gehören häufig zum Verarbeitungsprozess.

Besonders die Unvorhersehbarkeit und die vielfältigen Symptome der Multiplen Sklerose sind eine große Herausforderung bei der Krankheitsverarbeitung. Denn es fällt so schwer, einzuschätzen, was man für die Zukunft erwarten kann. Ein unerwarteter Schub kann zum Beispiel positive Schritte in der Bewältigung durchbrechen.

Daher ist die Krankheitsverarbeitung oft kein abgeschlossener Prozess, sondern man muss sich immer wieder auf die Suche nach neuen Wegen für den Umgang mit der MS begeben. Gelingt die Krankheitsbewältigung, können sich Betroffene aber nach einer Weile neu orientieren, sich an die neue Lebenssituation mit der MS anpassen und zu neuer Lebensfreude finden.

Aufgaben im Leben mit MS

Um einen positiven Umgang mit ihrer MS-Erkrankung zu ermöglichen, müssen Betroffene verschiedene Herausforderungen überwinden. Die Art der Bewältigungsaufgaben, denen man sich stellen muss, hängt auch davon ab, in welchem Lebensabschnitt man sich bei der Diagnose befindet. Je nach Situation kann die Sorge aufkommen, dass vorher gesetzte Ziele plötzlich unerreichbar scheinen. So ist man durch die Erkrankung gefordert, sich viel mit sich selbst und der eigenen Identität auseinanderzusetzen. Eventuell muss man immer wieder den Alltag und gesetzte Ziele anpassen.

Bewältigungs-Aufgaben sind zum Beispiel:

– Neue Herausforderungen bestimmen
– Eigene Grenzen anerkennen
– Sich mit einer unsicheren Zukunft konfrontieren
– Mit körperlichen Beschwerden umgehen

Wenn die Krankheitsverarbeitung nicht gelingt

Finden Betroffene keine gute Strategie, um mit der MS-Erkrankung umzugehen, können negative Gefühle wie Angst und Wut zu Dauerbegleitern werden. Wenn diese nicht gut verarbeitet werden, kann das zu schweren psychischen Krisen wie Depressionen führen. Da es alleine schwierig sein kann, eine geeignete Strategie für sich zu finden, sollte man also auf keinen Fall davor zurückschrecken, sich bei Bedarf professionelle Hilfe zu holen. So kann etwa Psychotherapie Betroffene gut auf ihrem Weg zu einer besseren Krankheitsbewältigung unterstützen.

Strategien zur Bewältigung

In der Psychotherapie werden individuelle Strategien entwickelt, um Menschen im Umgang mit der MS-Erkrankung zu helfen. Im Fachjargon wird das “Coping” genannt. Dabei erarbeiten Betroffene gemeinsam mit dem Therapeuten oder der Therapeutin eine individuelle Strategie, um mit der Erkrankung konstruktiv umgehen zu können. So lernt man, Anforderungen, die durch eine belastende Situation entstehen, besser zu bewältigen und zu einer positiveren Lebenseinstellung zu finden.

Wichtige Schritte in die richtige Richtung

Um auf positive Weise mit der Multiplen Sklerose umgehen zu können, ist es unumgänglich, sich mit seinen eigenen Gefühlen und Gedanken zu der MS auseinanderzusetzen. Dabei ist es hilfreich, wenn man sich auch mit anderen Menschen darüber austauschen kann.

Aufgrund der neuen Situation muss eventuell auch darüber nachgedacht werden, seine Rolle in der Familie oder im Beruf zu verändern und Aufgaben anders zu verteilen. Diese Veränderungen anzunehmen ist ein wichtiger Schritt in der Krankheitsbewältigung. Unter Umständen kann es auch nötig sein, einen gewissen Trauerprozess zu durchlaufen, um besser mit verschiedenen Verlusten, die im Laufe der MS-Erkrankung aufkommen können, umzugehen.

Die Hauptaufgabe bei der Krankheitsbewältigung ist also, sich gut mit sich und der Erkrankung auseinanderzusetzen. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass Betroffene sich gut über die MS informieren. Denn nur so sind auch realistische Erwartungen an die Zukunft möglich.

Immer das Ziel vor Augen haben

Gelingt die Verarbeitung, ist es möglich, die MS besser anzunehmen. Der Umgang mit der MS ist auch deshalb wichtig, weil sich die psychische Verfassung auf den gesamten Krankheitsverlauf auswirken kann. Durch eine gute Krankheitsbewältigung ist die MS im besten Fall ein Teil des Lebens, aber nicht mehr dessen einziger Dreh- und Angelpunkt. So kann statt negativen Gedanken rund um die Erkrankung das alltägliche Leben wieder mehr in den Vordergrund treten und die Lebensqualität verbessert sich deutlich.

6 Tipps für den Umgang mit der MS:

1. Holen Sie aktiv Informationen ein.
2. Sprechen Sie über Ihre Gefühle und Sorgen.
3. Bleiben sie im engen Kontakt mit Menschen, die Sie unterstützen.
4. Tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen aus.
5. Versuchen Sie, Stress-Situationen zu reduzieren.
6. Setzen Sie sich realistische Ziele und verfolgen Sie diese.

Quellen:

Österreichische Multiple Sklerose Bibliothek (ÖMSB)

M-AT-00001173 | Titelbild: © Wayhome Studio/Adobe Stock

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