Tabu-Thema: MS und Sexualität?

von | 28. Mai 2018 | Partnerschaft & Familie | 0 Kommentare

Sexualstörungen müssen nicht einfach hingenommen werden, rät Dr. Christian Bsteh, Facharzt für Neurologie, Multiple Sklerose Zentrum Salzburg. Tipp! Sprechen Sie bei Problemen den behandelnden Arzt aktiv an.

„Als Tabu-Thema würde ich es in der heutigen Zeit wirklich nicht mehr bezeichnen”, betont Dr. Bsteh. „Es ist allerdings ein Thema, das selten von Patienten spontan angesprochen wird. Hier sollte auch der Arzt in der Arzt-Patienten-Beziehung daran denken und das Thema aktiv ansprechen.”

„Erfahrungsgemäß treten sexuelle Probleme nicht ganz am Anfang der Erkrankung auf, sondern erst im Verlauf, und können ganz verschiedene Bereiche betreffen”, so die Praxiserfahrung von Dr. Bsteh. „Hier ist zu unterscheiden zwischen organisch bedingten Sexualstörungen und solchen, die psychisch bedingt sind. Die psychisch bedingten Sexualstörungen betreffen hauptsächlich ein verändertes Selbstwertgefühl, das oft auch mit Ängsten verbunden ist: Genüge ich noch? Wie wird es in Zukunft sein?”

Der MS-Experte erklärt, dass organische Sexualstörungen überwiegend mit Rückenmarksschädigungen zu tun haben. Während es bei Männern zur erektilen Dysfunktion (sog. Impotenz) kommen kann, können bei Frauen Empfindungsstörungen, Orgasmusstörungen und ähnliche Probleme auftreten. „Nicht zu vergessen sind auch zum Beispiel in der späteren Krankheitsphase die nicht selten auftretenden Blasenstörungen, die natürlich hier auch eine Rolle spielen können”, so Dr. Christian Bsteh.

Für den behandelnden Arzt ist es wichtig, den Patienten aktiv zu befragen: Gibt es da ein Problem? Weil die Einschränkungen oftmals einfach hingenommen werden. Das muss nicht sein: In vielen Fällen kann man helfen und es kann zu einer Verbesserung kommen!

AT/NEUR/0418/0079

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