Umgang mit Schüben

von | 19. März 2018 | Erkrankung & Therapie | 0 Kommentare

Was tun bei einem Schub? Eine Frage, drei Antworten. Ein Patient, eine MS-Schwester und eine Ärztin beantworten diese Frage aus ihrer Sicht und mit ihrem Erfahrungsschatz.

 


Robert Arthofer

MS-Patient

„Es gibt in der Selbsthilfegruppe immer wieder die Frage: >Ich habe das und das – ist das ein Schub?< Die Möglichkeit, dass es ein Schub ist, kann keiner sagen – ja es ist einer oder nein es ist keiner. Wenn man merkt, dass sich der Körper irgendwie verändert, dass er irgendetwas hat – ganz egal, ob irgendetwas weh tut oder man ein schlechtes Gefühl in den Füßen, in den Beinen oder am Kopf hat – ist es das Beste, zu einem Arzt zu gehen. Und der Arzt muss ein Arzt des Vertrauens sein; damit dieser nicht sagt: >Kommen Sie schon wieder? Was haben Sie denn heute?< Sondern der Arzt muss sagen: >Ja schauen wir einmal, was es sein könnte.< Und das ist ganz wichtig für einen MS-Patienten – das Vertrauen zum Arzt. Und lieber einmal mehr zum Arzt gehen als einmal nicht zum Arzt gegangen und es ist dann doch etwas.”

 

 

DGKS Silvia Katzmayr
MS-Schwester | Linz

„Es ist wichtig, dass der Patient von der Definition her weiß, was ein Schub ist. Dass er weiß, wohin er sich hinwenden kann, wenn er einen Verdacht auf einen Schub hat. Ich rate dazu, sich an den behandelnden Arzt oder an die Ambulanz, je nachdem wo der Patient in Betreuung ist, zu wenden. Ich gebe den Patienten immer mit auf den Weg: Lieber einmal mehr anrufen als einmal zu wenig. Schübe kommen meist sehr überraschend und man sollte sich wirklich nicht scheuen, den Kontakt aufzunehmen. Wichtig ist es auch während des Schubes zur Ruhe zu kommen; dass der Patient sich auch wirklich Zeit nimmt, den Körper wieder heilen zu lassen. Denn viele glauben, dass sie während einer Kortison-Therapie nebenbei arbeiten gehen können.”

 


Dr. Doris Hauer

Fachärztin für Neurologie | Multiple Sklerose Zentrum Melk

„Was mir ganz wichtig ist und was Patienten wissen sollten. Ein Schub ist durch Folgendes definiert: Es kommt zu einer konstanten neurologischen Ausfallssymptomatik über mindestens zwei bis drei Tage bestehend. Also dieses kurz einmal Kribbeln hier oder dort, das ist kein MS-Schub!”

AT/NEUR/0318/0019

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