Was möchten Sie MS-Patienten mit auf den Weg geben?

von | 13. Mai 2019 | Bewegung, Erkrankung & Therapie

Das Dabeibleiben zu fördern, ist das erklärte Ziel von Andreas Mühlbacher, Therapieleiter am Reha-Zentrum Münster. Wie Menschen mit Multipler Sklerose von einem Reha-Aufenthalt profitieren können, erzählt er im Video-Interview.

„Persönlich ist es mir ein großes Anliegen, das Dabeibleiben bei den Patienten zu fördern und dass die Patienten dann diese Qualität der Bewegung und der Reha, die sie im Behandlungszeitraum erfahren haben, weitertragen; einfach diese positiven Erinnerungen über eine gewisse Zeit mitnehmen”, informiert PT Andreas Mühlbacher, MSc., Therapieleiter am Reha-Zentrum Münster.

„Wir merken das immer dann, wenn Patienten wieder kommen und weiter gemacht haben – vom letzten Aufenthalt bis zum jetzigen. Das ist dann ein Aufsetzen auf einem höheren Stand als beim vorigen Aufenthalt. Da kann ein Patient selbst sehr viel dazu beitragen”, so der Therapieleiter und resümiert: Im Endeffekt geht es darum, dem Patienten und auch uns als Team immer wieder Lichter aufgehen zu lassen. Beim Patienten ist es die Motivation aus dem Inneren heraus, sich zu bewegen bzw. sich zu trauen, sich zu bewegen. Und bei uns ist es immer das Thema: Wie bearbeiten wir genau diese Dinge? Wie sprechen wir mit den Patienten, damit wir das wecken können? Und das geht nicht immer nur, indem ich eine Übung mitgebe, die der Patient dann mit viermal fünf Wiederholungen machen soll. Das braucht oft einfach das gegenseitige Abholen im Gespräch.”  

Wozu raten Sie MS-Patienten, wenn diese ihre Übungen aufgrund von Beschwerden zuhause nicht machen können?

„Wenn Beschwerden auftreten und sie davor noch nicht da waren, ist einmal die Kontaktaufnahme zum behandelnden Arzt oder zur behandelnden Ärztin ganz wichtig. Das ist der erste Punkt”, betont Andreas Mühlbacher. Bezüglich Bewegung ist es einfach ganz wichtig, so viel wie möglich zu machen. Auch wenn es gerade nicht so gut geht, heißt das nicht, dass ich mich jetzt hinsetzen und warten muss bis es wieder besser wird, sondern ich kann mir mit einem reduzierten Bewegungsprogramm wahrscheinlich selber viel mehr Gutes tun.”

Abschließend kann man sagen: „Es kommt immer darauf an, was gerade das Thema des Patienten ist. Aber wichtig ist die Kontaktaufnahme zum Neurologen und auch noch das Wissen, dass in diesem Fall Bewegung nicht schaden kann.“

AT/NEUR/0519/0038

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