Wie man seine Muskeln trainieren kann, ist klar. Durch Bewegung und Sport. Aber wie kann man sein Gedächtnis und seine Aufmerksamkeit trainieren? Das weiß die Klinische Psychologin (Klinische Neuropsychologie) und Psychotherapeutin Dr. Natascha Tesar-Pelz.

Ob bei der Erledigung von Aufgaben im Berufsalltag, beim Autofahren über längere Strecken oder beim Folgen von Gesprächen in geselligen Runden: Wenn man in Situationen, die eine hohe Konzentration erfordern bzw. in denen man mehrere Dinge gleichzeitig erledigen muss, bemerkt, dass die eigene Konzentrationsfähigkeit nachlässt, sollte man hellhörig und vor allem aktiv werden.

„Denn je früher man Defizite erkennen kann, desto früher kann man auch mit einem gezielten Trainingsprogramm ansetzen”, weiß Dr. Natascha Tesar-Pelz aus ihrer beruflichen Tätigkeit am Universitätsklinikum St. Pölten und in freier Praxis. „Es gibt mittlerweile sehr gute, spezifische Behandlungsprogramme für MS-Patienten – auch unterschiedlichen Alters; und die Erfolge zeichnen sich dann eher aus, wenn ich schon in einem frühen Stadium damit beginne.”

Wer bemerkt, dass seine Konzentrationsfähigkeit im Alltag nachlässt, sollte fachliche Unterstützung in Anspruch nehmen. Denn je früher man Beeinträchtigungen erkennt und mit einem gezielten Trainingsprogramm beginnt, desto besser.

Wer fachliche Unterstützung sucht, fragt sich jetzt zu Recht: An wen wende ich mich für ein gezieltes Trainingsprogramm? Neben dem behandelnden Arzt bzw. der Ärztin können auch Klinische Psychologen und Psychologinnen, vor allem aus dem Fachbereich Neuropsychologie, weiterhelfen. „Wir beschäftigen uns mit Erlebens- und Verhaltensweisen von Menschen und natürlich auch ihren Störungen”, so die Klinische Psychologin Dr. Natascha Tesar-Pelz.

Ist es das Gedächtnis – also die Fähigkeit, neue Lerninhalte aufzunehmen bzw. Gut-Gelerntes wiederzugeben? Oder die Aufmerksamkeit – also die Fähigkeit, sich auf eine Sache zu konzentrieren oder mehrere Dinge gleichzeitig zu tun? Oder die Planung von Handlungen – also die Fähigkeit, Prioritäten und Abläufe zu setzen? Die Klinische Psychologie teilt sich auf in Diagnostik – das heißt: das Erfassen, in welchen kognitiven Teilbereichen es Probleme gibt – und die klinisch-psychologische Behandlung. Hier geht es darum, gesundheitsfördernde Maßnahmen zu setzen und auch den Weg zu einer möglichen Genesung gemeinsam mit den Patienten zu gehen.

Klinische Psychologen mit dem Spezialgebiet Neuropsychologie arbeiten an einer Neurologischen Abteilung und hier u.a. speziell mit MS-Patienten zusammen; sie diagnostizieren kognitive Beeinträchtigungen, erstellen einen genauen Behandlungsplan und unterstützen Betroffene auch bei der Krankheitsverarbeitung.

Die Klinische Psychologie teilt sich in Diagnostik und klinisch-psychologische Behandlung. Hier werden gesundheitsfördernde Maßnahmen gesetzt und gemeinsam der Weg zur Genesung beschritten. Klinische Psychologen aus dem Fachbereich Neuropsychologie arbeiten an einer Neurologischen Abteilung und hier speziell auch mit MS-Patienten zusammen.

Ob kognitive Beeinträchtigung oder psychische Belastung durch die Krankheit: „Mir ist es ein besonderes Anliegen, keine Scheu zu haben, aus welchen Gründen auch immer, einen Arzt, eine Klinische Psychologin aus dem Fachbereich Neuropsychologie aufzusuchen und frühzeitig mit einer Behandlung zu beginnen”, rät Dr. Natascha Tesar-Pelz.

Mag. Dr. Natascha Tesar-Pelz
Mag. Dr. Natascha Tesar-Pelz

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