Was versteht man unter Adhärenz bei MS?

von | 3. Juni 2019 | Erkrankung & Therapie

Viele Fachbegriffe werden im Zuge der Behandlung einer chronischen Erkrankung verwendet. Was sich hinter dem Begriff Adhärenz verbirgt und was der Begriff von MS-Patienten fordert, erklärt DGKS Virginia Caacbay, MS-Schwester bei der MS-Gesellschaft Wien.

Sprach man noch vor einigen Jahren von Compliance (also dem Einhalten der therapeutischen Empfehlungen), verwendet man heute – wenn es um Therapietreue geht – den Begriff Adhärenz. Doch was ist an diesem Begriff jetzt anders?

Unter Adhärenz versteht man das Einhalten der gemeinsam mit dem behandelnden Arzt bzw. Therapeuten gesetzten Therapieziele im Rahmen des Behandlungsprozesses der Multiplen Sklerose. Sprich: Der MS-Patient beteiligt sich aktiv am Therapieprozess, arbeitet hier zusammen mit den Ärzten und Therapeuten und setzt in weiterer Folge die gemeinsam vereinbarten Empfehlungen im Alltag um (beispielsweise das Einhalten der Therapieintervalle, eine Ernährungsumstellung oder das Bewegungsverhalten).

In der Praxis bedeutet das konkret, „dass Patienten mit dem Arzt oder dem Pflegepersonal zusammenarbeiten. Die Patienten nehmen die Empfehlungen des Arztes an, weil sie davon überzeugt sind, dass die Empfehlungen auch gut für sie sind”, informiert DGKS Virginia Caacbay. „Adhärenz braucht Zeit. Man muss dem Patienten von Anfang an alles genau erklären – fachliche Informationen, Frühsymptome, Zukunftspläne, welche Therapien empfehlenswert sind. Und man muss dem Patienten auch Zeit zum Nachdenken geben: Welche Therapie ist für einen selbst gut?”

AT/NEUR/0519/0043

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