Was sich hinter dem Begriff Fatigue verbirgt, erklärt Dr. Christian Bsteh, Facharzt für Neurologie, Multiple Sklerose Zentrum Salzburg. Darüber hinaus geben DGKS Silvia Katzmayr, MS-Schwester in Linz, und Mag. Manuela Lanzinger, selbst MS-Patientin und Leiterin der Selbsthilfegruppe Kunterbunt, wertvolle Tipps für den Alltag.


Was Fatigue ist!

„Die Fatigue selber ist eine Befindlichkeit, die man mit einer allgemeinen Bremsung des Patienten vergleichen kann. Er hat das Gefühl, er kann sich nicht motivieren, es ist alles unglaublich schwer umzusetzen und langsam”, erklärt Dr. Bsteh das Befinden der Betroffenen. Wenn diese Beschwerden vorliegen, besteht die Möglichkeit der medikamentösen Behandlung.

„Man muss nur ehrlicherweise sagen, dass in vielen Fällen diese Medikation nicht zu einer wesentlichen Besserung oder gar keiner Besserung dieser Befindlichkeit führt”, informiert der Facharzt für Neurologie. „Davon trennen sollte man die Ermüdbarkeit. Und hier kann man schon durch ergotherapeutische Maßnahmen und eine Beratung, die auf mehr Pausen und dem Forcieren von anderen Tätigkeiten beruht, dem Patienten helfen, durch diese Ermüdbarkeit bei gewissen Tätigkeiten nicht in eine Situation zu kommen, in der er das Gefühl hat, er hat ein großes Defizit.”


Tipps für den Alltag!

„Von der Fatigue sind sehr viele Patienten betroffen und davon viele sehr schwer. Die Betroffenen schaffen oft den Alltag nicht, geschweige denn irgendwelche privaten Aktivitäten”, informiert DGKS Silvia Katzmayr. „Wichtig ist es, dass der Patient sich seinen Alltag einteilt. Das heißt, dass er immer wieder Ruhephasen wirklich gezielt setzt”, rät die erfahrene MS-Schwester. „Der Patient berichtet mir oft: Er bringt zu wenig Leistung. Damit setzt er sich noch mehr unter Druck. Ich gebe immer mit auf den Weg: Einfach zu schauen, wann brauche ich Erholung und das auch wirklich für sich selbst einzufordern. Ein ganz wichtiges Thema ist, auf sich selbst zu achten!”


Was im Umgang mit Fatigue helfen kann!

„Es gibt viele Möglichkeiten natürlich auch mit Fatigue umzugehen”, weiß Mag. Manuela Lanzinger aus ihrer eigenen Erfahrung. „Bei mir persönlich ist es z.B. sehr interessant: Jedes Mal wenn ich Turnen gehe, dann bin ich eigentlich fitter und weniger müde als vorher. Alle glauben zwar, dass genau das Gegenteil passiert. Aber es ist tatsächlich so. Und dann ist es auch ganz wichtig zu schauen, genug Schlaf zu bekommen und auch sich Ruhepausen untertags zu gönnen”, rät die Leiterin der Selbsthilfegruppe Kunterbunt.

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